Im Zentrum eine junge Frau mit Kopfhörern, die sich Notizen macht. Vor und hinter ihr sind weitere Beucher.

Pressemitteilung

NEUE ZUGÄNGE FÜR BESUCHER MIT BEHINDERUNGEN

App in Gebärdensprache, Ausstellungsmedien für alle Sinne und Website in Leichter Sprache

Mit seiner barrierefrei konzipierten Dauerausstellung „Abenteuer Mensch“ setzt das Deutsche Hygiene-Museum schon seit langem Maßstäbe dabei, Ausstellungsinhalte für alle Besucher zu erschließen. Seit Jahren werden hier regelmäßig Führungen in Gebärdensprache, für Sehbehinderte oder in einfachen Worten angeboten. Und wer die Gläserne Frau aufgrund einer Sehbehinderung nicht sehen kann, hat zum Beispiel die Möglichkeit, einige ihrer Bauteile und Organe zu ertasten. Die jüngste Neuerung in Sachen Barrierefreiheit und Inklusion ist allerdings eine digitale: Seit Mai können sich Besucher mit Hörbehinderungen einen Ausstellungsguide in Deutscher Gebärdensprache auf ihr Smartphone laden.

In der als Video-Rundgang konzipierten App werden die wichtigsten Ausstellungsstücke und Themen in Deutscher Gebärdensprache vorgestellt. Der Nutzer kann dabei frei wählen, ob er sich Hintergrundinformationen zu Odol-Fläschchen, Eiserner Lunge & Co. ausschließlich durch Gebärden oder lieber mit ergänzenden Untertiteln erklären lassen möchte. Angeboten wird der Guide in den gängigen App-Stores und auf der neugestalteten Website des Museums (www.dhmd.de), die auf speziellen Unterseiten nun auch über Informationen in Gebärdensprache und in Leichter Sprache verfügt.  

Auch in der Dauerausstellung tut sich derzeit einiges in Sachen Barrierefreiheit und Inklusion: Im neu konzipierten Themenraum „Leben und Sterben“, der im Februar wiedereröffnet wurde, fördert der Freistaat Sachsen im Rahmen des Aktionsplans „Behindern-Verhindern“ die Entwicklung und Produktion zahlreicher inklusiver Elemente, so z.B. tastbare Zell- und Geburtsmodelle, Videos mit Untertiteln und Audiodeskriptionen sowie Hörstationen für blinde und sehbehinderte Besucher.

In der aktuellen Sonderausstellung Sprache. Welt der Worte, Zeichen und Gesten kann man sich alternativ zu den klassischen Objektbeschriftungen auch Beschreibungen in Leichter Sprache anhören. Gebärdensprache ist hier nicht nur in den erklärenden Videos für gehörlose Besucher präsent, die Geschichte dieser eigenständigen Sprache ist auch Thema der Ausstellung, die man noch bis zum 20. August besuchen kann.

Alle Maßnahmen wurden durch den Freistaat Sachsen im Rahmen des Programms „Behindern Verhindern“ gefördert.

Weitere Barrierefreie und Inklusive Angebote in der Übersicht


Vermittlungsangebote

  • regelmäßig stattfindende Öffentliche Führungen in Leichter Sprache und Gebärdensprache sowie Tastführungen für blinde und seheingeschränkte Besucher, die alle ohne Voranmeldung besucht werden können.

Im Museumsgebäude

  • Rollstuhlrampe auf Vorplatz zum Eingang des Museums
  • Behindertenparkplätze in der Nähe des Eingangs
  • Behindertentoiletten
  • Fahrstühle mit taktilen Bedienelementen, der alle Ebenen des Museums zugänglich macht
  • Absenkung der Tresen im Service-Bereich
  • taktiler Raum- und Orientierungsplan des Museums im Eingangsbereich
  • digitale und analoge Leitsysteme im ganzen Haus zur Orientierung
  • frei verfügbare Rollstühle und Kinderwagen im Eingangsbereich
  • verschiedene Sitzmöglichkeiten im Eingangsbereich

In der Dauerausstellung

  • rollstuhlgerechte Ausstellungsarchitektur
  • taktile Raum- und Orientierungspläne in allen Räumen
  • taktiles Bodenleitsystem mit Hinweis auf Objekte für blinde Besucher
  • ertastbare Schlüsselobjekte mit eindeutigen Piktogrammen und taktilen Leitelementen
  • taktile Leit- und Bedienelemente (z.B. Audioguide-Nummern)
  • Induktionsschleifen für schwerhörige Besucher
  • interaktive Objekte zur Simulation der Beeinträchtigung bestimmter Sinne und Fähigkeiten
  • Präsentation der Objekte in allansichtigen Glasvitrinen mit niedriger Sockelhöhe
  • Ausstellungsmedien, die sich an mehrere Sinne richten
  • Untertitelung der audiovisuellen Medien
  • kontrastreiche und auf Schlichtheit reduzierte Typografie aller Ausstellungstexte und Beschriftungstafeln
  • kontrastreiche Ausleuchtung aller Objekte und Schrifttafeln
  • fest integrierte und mobile Sitzmöglichkeiten in der Ausstellung
  • Textführungen und Video-Guide in Gebärdensprache für schwerhörige und gehörlose Besucher
  • Audioführungen für blinde und sehbehinderte Besucher und in Leichter Sprache
  • mobile Sitzmöglichkeiten bei Gruppenführungen
  • optionale Hörverstärker bei Gruppenführungen
  • Gebärdensprachdolmetscher auf Anfrage bei Gruppenführungen


Bildnachweis Pressefoto

Videoguide in Deutscher Gebärdensprache – Foto: yomma, Berlin