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8. bis 10. Oktober 2015

RASSE

GESCHICHTE UND AKTUALITÄT  EINES GEFÄHRLICHEN KONZEPTS

 

Eine internationale Tagung des Deutschen Hygiene-Museums in Kooperation mit der Bundeszentrale für politische Bildung und dem Institut für Geschichte der Universität Koblenz / Landau

 

Anmeldung bis 30. September 2015

veranstaltungen@dhmd.de

 

EINFÜHRUNG

 

Im Namen der »Rasse«, ihrer Reinhaltung oder Verbesserung, sind die gewalttätigsten Verbrechen der Neuzeit begangen worden. Und auch wenn das Reden von »Rassen« heute in vielen Kontexten tabu ist, sind die Vorstellungen, die sich damit verbinden, hochgradig wirksam geblieben. Das zeigen die jüngsten Ereignisse in Baltimore und Charleston, die antijüdischen Gewaltakte gegenwärtig in Frankreich, die Mordserie des NSU oder die Angriffe auf Flüchtlingsheime in Deutschland.

 

Eine interdisziplinäre Gruppe von Experten blickt zurück auf die Geschichte der »Rasse«-Idee, und rekonstruiert innerhalb von sieben Themenfeldern diejenigen Argumente, Überzeugungen und Praktiken, durch die sich moderne Rassismen bis heute legitimieren und rationalisieren.

 

Die Tagung hat nicht zuletzt den Zweck, eine Ausstellung im Deutschen Hygiene-Museum zu diesem schwierigen Thema vorzubereiten, die im Jahr 2018 aus Anlass des 80. Jahrestages der Novemberpogrome geplant ist. Eine größere Ausstellung speziell zum Konzept von »Rasse« hat es bisher in Deutschland nicht gegeben.

 

 


8. Oktober, Donnerstag

 

13:00 Uhr

BEGRÜSSUNG UND EINFÜHRUNG

Prof. Klaus Vogel, Deutsches Hygiene-Museum

Thomas Krüger, Bundeszentrale für politische Bildung

Prof. Dr. Christian Geulen, Universität Koblenz-Landau

 

 

13:30-14:45 Uhr

PANEL 1: WISSENSCHAFT UND TECHNIK

 

Formen wissenschaftlichen Rassismus

Prof. Dr. Stefan Kühl, Soziologe, Universität Bielefeld

 

Paradoxien in der Rasse(n)Forschung seit dem 18. Jahrhundert

PD Dr. Pascal Grosse, Neurologe und Historiker, Charité Universitätsmedizin Berlin

 

Diskussion

 

 

14:45 - 15:30 Uhr

 

Kaffeepause

 

 

15:30-16:45 Uhr

PANEL 2: GLAUBEN UND RELIGION

 

Antimuslimischer Rassismus im Kontext der Migrationsgesellschaft

Dr. Yasemin Shooman, Historikerin, Jüdisches Museum Berlin

 

Antijudaismus, Antisemitismus, Antizionismus

Zur Aktualität tradierter Ressentiments

Prof. em. Dr. Wolfgang Benz, Historiker, Zentrum für Antisemitismusforschung an der Technischen Universität Berlin

 

Diskussion

 

 

17:00-18:30 Uhr

Führungen durch die Ausstellungen des Deutschen Hygiene-Museums

 

 

Ab 18:30 Uhr

Abendbuffet

 

 

20:00 Uhr

Die Arier
Ein Dokumentarfilm von Mo Asumang

Anschließend Diskussion mit der Regisseurin, Schauspielerin

und Fernsehmoderatorin Mo Asumang

In einer sehr persönlichen Reise begibt sich die bekannte afrodeutsche Regisseurin, Schauspielerin und Fernsehmoderatorin Mo Asumang auf die Suche nach den Ursprüngen des Begriffs „Arier“ und dessen Missbrauch durch Rassisten in Deutschland und den USA. Sie spricht mit selbsternannten „Ariern“ auf Demonstrationen von Rechtsradikalen, reist zur Volksgruppe der Arier in den Iran, trifft sich in den USA mit weltweit berüchtigten Rassisten und begegnet dem Ku Klux Klan.

 

Im Anschluss an die ca. 45-minütige Dokumentarfilmfassung findet eine Diskussion mit Mo Asumang statt.

Moderation: Prof. Dr. Christian Geulen

 

 


9. Oktober, Freitag

 

9:00 - 10:30 Uhr

PANEL 3: KULTUR UND GESELLSCHAFT

 

W.E.B. Du Bois vor den Ruinen des Warschauer Ghettos.

Anmerkungen zum Verhältnis von »Rasse« und »Rassismus«

Prof. Dr. Wulf D. Hund, Soziologe, Universität Hamburg

 

Europa erfindet die Zigeuner

Prof. Dr. Klaus Michael Bogdal, Literaturwissenschaftler,

Universität Bielefeld

 

Rassismus und Medien

Prof. Dr. Manfred Schneider, Literaturwissenschaftler,

Ruhr-Universität Bochum

 

Diskussion

 

 

10:30-11:00 Uhr

Kaffeepause

 

 

11:00-12:30 Uhr

PANEL 4: BILDUNG UND ERZIEHUNG

 

Der Blick durchs Raster: Rassen oder menschliche Vielfalt?

Prof. Dr. Veronika Lipphardt, Historikerin, Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte Berlin

 

 

12:30-14:00 Uhr

Mittagessen

 

 

14:00-15:15 Uhr

PANEL 5: HERRSCHAFT UND POLITIK

 

Hermann Rauschnings »Gespräche mit Hitler«.

Die Fiktion von »Rasse« und ihre Instrumentalisierung als politischer Ordnungsbegriff

Prof. Dr. Jakob Tanner, Historiker, Universität Zürich

 

 

How and Why did the Notion of Race become Global?

Prof. Dr. Frank Dikötter, Historiker und Sinologe, Universität Hongkong

 

 

15:15-15:45 Uhr

Kaffeepause

 

 

15:45 - 17:30 Uhr

PANEL 6: GEOGRAPHIE, GESCHICHTE UND ÖKONOMIE

 

 

Volksgeist, Rassenseele, Nationalcharakter?

Rasse und Völkerpsychologie in Deutschland

Dr. Egbert Klautke, Historiker und Politikwissenschaftler, University College London

 

Die Anti-Soziologen: Volkscharakterologie im Diskurs der Nationalökonomie um 1900

Dr. Nicolas Berg, Historiker, Simon-Dubnow-Institut für jüdische Geschichte und Kultur an der Universität Leipzig

 

Diskussion

 


10. Oktober, Samstag

 

9:00 - 11:00 Uhr

PANEL 7: WIE LÄSST SICH »RASSE« AUSSTELLEN? MÖGLICHKEITEN UND SCHWIERIGKEITEN

 

Petra Lutz, Historikerin und Kuratorin u. a. von »Kraftwerk Religion«, »Der (im-)perfekte Mensch«, »Die demographische Chance«, »Was glaubst Du denn?«, Berlin

Susanne Wernsing, Historikerin und Kuratorin, u.a.

"Auf die Plätze", "herz:rasen", Alltag - eine Gebrauchsanweisung, Wien

 

 

11:00-11:30 Uhr

Abschlussdiskussion und Tagungsresümee

 

11:30 Uhr

Ende der Tagung

 

 

 


Tagungsort

Deutsches Hygiene-Museum

Marta-Fraenkel-Saal

Lingnerplatz 1

01069 Dresden

 

 

Veranstalter

Bundeszentrale für politische Bildung

Deutsches Hygiene-Museum Dresden

Institut für Geschichte, Universität Koblenz-Landau

 

Tagungsleitung

Prof. Dr. Christian Geulen, Universität Koblenz-Landau

Dr. Susanne Illmer, Deutsches Hygiene-Museum

Hans-Georg Lambertz, Bundeszentrale für politische Bildung

 

Anmeldung bis 30. September 2015

veranstaltungen@dhmd.de

 

Tagungsgebühr

30 EUR für Vollzahler

15 EUR für Ermäßigungsberechtigte gegen Vorlage des entsprechenden Nachweises: Schüler und Schülerinnen, Studierende bis 35 Jahre, Auszubildende, Personen im Bundesfreiwilligendienst bzw. FSJ, Bezieher und Bezieherinnen von Arbeitslosengeld II sowie Inhaberinnnen und Inhaber der Museumsjahreskarte

 

Die Tagungsgebühr wird am ersten Tagungstag fällig.

 



Mitschnitt der Tagung
© Deutsches Hygiene-Museum, 2015